Podiumsdiskussion „Ist Religion eine Quelle des Friedens oder Grund für Spaltung und Hass?“

Unverhofft kommt oft: Während die Konfessionsfreien bei interreliösen Veranstaltungen normalerweise bestenfalls Zaungäste sind, waren wir am 8. Januar von der Ahmadiyya Gemeinde in Frankfurt zu einer Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Moschee im Dialog“.eingeladen. Thema des Abends: Ist Religion eine Quelle des Friedens oder Grund für Spaltung und Hass? Johanna Steinbach – unter anderem auch im Vorstand des HVD Hessen aktiv – nahm als Vertreterin des Gottlosenstammtischs an der Podiumsdiskussion teil. Die weiteren Podiumsteilnehmer waren 

  • Tariq Hübsch, Germanist und Politikwissenschaftler und Dozent an der Jamia Ahmadiyya Deutschland im Fachbereich Deutsche Kulturgeschichte (und außerdem Sohn von Hadayatullah Hübsch, wohl einer der bekanntesten deutschen Konvertiten, und Bruder von Khola Maryam Hübsch, von 2021bis 2023 im Rundfunkrat des hr als Vertreterin der islamischen Verbände) 
  • Adil Khalid, Imam und Theologe der Ahmadiyya Muslim Jamaat – Interreligiöser Dialog 
  • Dr. Wulf Splitstößer, Allgemeinmediziner, Homöopath, Yoga-Lehrer und Autor (von u.a. Werken wie „Goldrausch. Oder die Frage: Sind Impfungen notwendig, geeignet und zumutbar?“) 
Gesamtansicht der Podiumsteilnehmer. Im Hintergrund sind auf Bildschirmen der Schriftzug "Moschee im Dialog und der Titel der Veranstaltung zu lesen.
Poliumsteilnehmer von links nach rechts: Tariq Hübsch, Wulf Splitstößer, Moderatur Nasir Ahmad, Abdil Khalid, Johanna Steinbach

Die Veranstaltung fand statt in der Nuur Moschee in Frankfurt-Sachsenhausen, die 1959 gebaut wurde und damit die zweitälteste Moschee in Deutschland und die älteste in Hessen ist. Trotz herausfordernder Wetterverhältnisse war die Moschee gut gefüllt, allein vom Gottlosenstammtisch waren acht Personen gekommen. Wir wurden sehr freundlich begrüßt vom Imam der Moschee, Herrn Abdul Basit Tariq. Die Veranstaltung selbst begann mit der Rezitation einer Sure aus dem Koran. Nach der Kurzvorstellung der Podiumsteilnehmer führte der Moderator Nasir Ahmad dann anhand von fünf Thesen/Fragestellungen durch die Diskussion:

  1. Ohne Religion gäbe es deutlich weniger Konflikte und Kriege auf der Welt. 
  2. Steht bei Religion der absolute Wahrheitsanspruch einem harmonischen Miteinander zwangsläufig im Weg? 
  3. Religion hat mehr Menschen zum Guten motiviert als jede politische Ideologie. 
  4. Ist Religion eine Barmherzigkeit Gottes für die Menschen oder ein Übel von den Menschen an der Menschheit? 
  5. Verdirbt oder vervollkommnet Religion den Menschen? 
Johanna Steinbach, rechts daneben ein Bildschirm mit der ersten These "Ohne Religion gäbe es deutlich weniger Konflikte und Kriege auf der Welt"
Johanna Steinbach bei Ihrer Antwort auf These 1

Jeder der Diskutanten äußerte sich zu den einzelnen Thesen, gelegentlich entspann sich auch eine kurze Diskussion zwischen den Teilnehmern. Leider war die Zeit etwas knapp bemessen, so dass am Ende nur die Punkte 1, 2 und 5 diskutiert wurden, um dem Publikum auch Gelegenheit zu Fragen zu geben. Dies wurde vor allem von den anwesenden Stammtischmitgliedern rege genutzt.

An dieser Stelle auf die Details der Diskussion einzugehen würde den Rahmen des Artikels sprengen, der Link zur vollständigen Aufzeichnung ist weiter unten zu finden. Bei allen weltanschaulichen Differenzen war der Austausch von einem großen Respekt geprägt. Um in die Tiefe zu gehen – was sicher spannend gewesen wäre – war die Zeit leider viel zu knapp. Aber zumindest hatten wir vom Stammtisch die Gelegenheit, unsere Position zu vertreten und zu zeigen, dass wir offen sind für den Dialog – etwas, das leider oft viel zu kurz kommt. Was uns auf jeden Fall nachdrücklich in Erinnerung bleibt, ist die Herzlichkeit, mit der wir von allen Anwesenden empfangen wurden.