Die einstige Abhängigkeit des Staates von der Zustimmung der Kirche wird beispielhaft verkörpert vom Frankfurter Dom. Die römisch-deutschen Kaiser als staatliche Oberhaupt wurden erst durch die kirchliche Krönungszeremonie legitimiert.
Der Ort
Der römisch-katholische Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main, der größte Sakralbau der Stadt, ist die ehemalige Wahl- und Krönungskirche der römisch-deutschen Kaiser und als solche ein bedeutendes Baudenkmal der Reichsgeschichte. Er galt vor allem im 19. Jahrhundert als Symbol nationaler Einheit.
Das Ereignis

In der „Goldenen Bulle“ von 1356 hat Karl IV. Aachen als Krönungsort reichsrechtlich festgelegt.
Strenggenommen ist er kein Dom, denn er diente nie als Bischofskirche.
Die gotische Kathedrale St. Bartholomäus erhielt wie wenige andere die Bezeichnung „Kaiserdom“.
1356 Frankfurt wird mit der Goldenen Bulle, dem Reichsgrundgesetz, endgültig zur Wahlstätte der deutschen Könige ernannt.
1372 Frankfurt ist „Freie Reichsstadt“ und somit Mitglied des Reichstages, d.h. ein sich selbstverwaltender Stadtstaat, der nur noch dem Kaiser zur Gefolgschaft verpflichtet ist.
1533 In Frankfurt wird die Reformation offiziell eingeführt: die öffentliche Ausübung der katholischen Religion von Seiten der weltlichen Obrigkeit wird für die nächsten 15 Jahre unterbunden.
Zwischen 1562 bis 1792 wurden vor dem Krönungsaltar zehn Monarchen zum Kaiser gekrönt.
1792 Es findet letztmalig eine Kaiserkrönung statt (Franz II.).
Nach dem Wiener Kongress gehörte Aachen zu Preußen. Eine Krönung war nicht mehr vorgesehen, man begnügte sich mit einer Kaiserproklamation in Versailles. „Das neue Kaiserreich“ soll keine Fortsetzung des alten Römischen Reiches Deutscher Nation sei.
Die britischen Königs- und die römisch-deutschen Kaiserkrönung in Frankfurt sind sehr. (Elisabeth II und Charles III.)
Begleitmaterial
- Foto vom Aachener Dom, Bilder von Karl V., FranzII.
- „Krönung von King Charles II …“ (2 Seiten)
Zu Station 10 – Die freie Stadt Frankfurt als Ziel für religiös Verfolgte
