Die Kaiserpfalz Franconofurd: Vom Gottesurteil zum Zeugenbeweis

Spannungsverhältnis zwischen Religion und Vernunft: Rationale Analyse und Vernunft überwinden allmählich religiöse Verblendung.

Der Ort

Die Kaiserpfalz Frankfurt war ein wichtiger, auf dem Frankfurter Domhügel gelegener Stützpunkt der karolingischen und ottonischen Könige und Kaiser. Sie entstand Anfang des 9. Jahrhunderts unter Ludwig dem Frommen, dem Sohn Karls des Großen, und ersetzte einen Königshof der Merowinger des 7. Jahrhunderts, die die Gegend um Frankfurt am Main ihrerseits von den Alamannen erobert hatten. In den folgenden zwei Jahrhunderten kam es wiederholt zu Umbauten und Erweiterungen der Anlage, dabei entstanden auch die Vorgängerbauten des heutigen Kaiserdoms St. Bartholomäus. Die Überreste der Kaiserpfalz franconofurd sind heute eine Außenstelle des Archälogischen Museums Frankfurt. Zu sehen sind die Fundamentreste der Kaiserpfalz, ein Bronzemodell sowie eine digitale Rekonstruktion (3-D-Grafik).

Das Ereignis

Ludwig der Fromme (* 778 bei Poitiers, +840 in Ingelheim, Sohn Karls des Großen) war König und Kaiser des Fränkischen Reiches. Er ließ u. a. 822 die Königshalle (aula regia) der Kaiserpfalz bauen und hielt sich neun Mal in der Kaiserpfalz auf. In seiner Amtszeit wurde in verschiedenen Synoden auch das Kirchenrecht reformiert. So wurden z. B. einige Formen des Gottesurteils abgeschafft und der Zeugenbeweis eingeführt.

Die Folgen: Gottesurteile (Heißwasserprobe, Kaltwasserprobe, Feuerprobe, Bahrprobe) wurden zurückgedrängt, spielten aber in der Rechtspraxis weiter eine Rolle. 1215 wurde durch Papst Innozenz III. die Beteiligung von Geistlichen an Gottesurteilen untersagt.

Begleitmaterial

Text

Zu Station 12 – Wilhelm Busch und die Blasphemie

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