Gottes Segen? Nein, danke!

Wer wie ich als nicht religiöser Mitbürger am Silvesterabend der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin lauschte, staunte am Ende nicht schlecht. Nach einem – zwar nicht mitreißenden, aber immerhin – Plädoyer für Einigkeit auf Basis der Werte des Grundgesetzes und Achtung vor den Mitmenschen gab uns Angela Merkel noch Ihren Wunsch nach Gottes Segen für das neue Jahr mit auf den Weg.

In Anbetracht der immer größer werdenden Gruppe konfessionsfreier Menschen in Deutschland (mittlerweile sind wir bei über 36 Prozent) und stetig sinkenden Mitgliederzahlen bei beiden großen Kirchen fühlt man sich von der Politik mal wieder so richtig ernst genommen. Grund genug, der Bundeskanzerin eine säkulare Rückmeldung zu geben.

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Podiumsdiskussion in Frankfurt „Meine Religion, Deine Religion, keine Religion“

Unter dem Motto „Meine Religion – deine Religion – keine Religion“ veranstaltet der Rat der Religionen in Frankfurt am Dienstag, den 13. Mai 2014, im Haus am Dom einen Dialog zwischen Atheisten und Religiösen im säkularen Staat. Auf dem Podium diskutieren Dr. Gabriele Förster, Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten, Prof. Peter Scherle, Direktor des Theologischen Seminars der EKHN, der Philosoph Prof. Dr. Dr. em. Norbert Hoerster und Prof. Ingo Hofmann, Baha`i-Gemeinde Deutschland. Es moderiert Klaus Hofmeister, Kirchenredaktion des Hessischen Rundfunks.

Podiumsdiskussion
„Meine Religion, Deine Religion, keine Religion“
HAUS AM DOM Katholische Akademie
Rabanus Maurus Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
Dienstag 13. Mai 2014, 19:30 Uhr

Toll, jetzt erkennt auch die Kirche: Religionsfreiheit ist Menschenrecht

Religionsfreiheit is Menschenrecht

Neulich in Frankfurt-Bornheim: Mit einem großen Plakat verkündet die katholische Kirche in Gestalt ihres aktuellen Oberhirten, das Religionsfreiheit ein Menschenrecht ist. Wie schön, denke ich mir. Wobei ich mich frage, ob die und wir wohl dasselbe meinen. Nämlich, dass auch die „andere“ Religionsfreiheit, die, keine Religion zu haben, ein Menschenrecht ist.

Wir empfehlen Papst Franziskus einen Blick in den Freedom of Thought Report 2013. Dort könnte er erfahren, dass Atheisten  in 13 Ländern die Todesstrafe droht, in 12 Ländern der Abfall vom Glauben mit dem Tod bestraft wird und in 55 Ländern – u.a. Deutschland – Blasphemie strafbar ist, wobei in 39 davon eine Gefängnisstrafe droht und in 7 ein Todesurteil.

Diskriminierung durch kirchliche Arbeitgeber – Podiumsdiskussion in Frankfurt

Kirchliche Arbeitgeber haben Arbeitnehmern gegenüber besondere Rechte, die unter dem schönen Namen „Loyalitätspflichten“ daherkommen. Der so genannte „dritte Weg“ erlaubt dem größten Arbeitgeber in Deutschland – Caritas und Diakonie kommen zusammen auf rund 1,3 Mio. Beschäftigte – Menschen mit nicht genehmer Weltanschauung offen zu diskriminieren. Und das auch, wenn diese in Bereichen arbeiten, die mit dem eigentlichen Verkündungsauftrag der Kirchen rein gar nichts zu tun haben, z.B. als Putzkraft oder Hausmeister.  Weiterlesen

Kindergartenkampf in Königswinter

Noch ein umfangreicher Artikel über den Fall der Kindergartenleiterin Bernadette Knecht aus Königswinter, der die katholische Kirche gekündigt hat, weil sie nach der Trennung von ihrem Mann mit einem neuen Partner zusammengezogen ist.

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,823317,00.html

Deutschlandweit werden kirchliche Arbeitgeber den Rauschendorfer Fall aufmerksam verfolgen. Viele von ihnen stehen ständig vor ähnlichen Problemen. Die beiden großen christlichen Kirchen sind nach dem öffentlichen Dienst der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland. Rund 1,3 Millionen Menschen arbeiten bei kirchlichen Trägern wie Caritas, Diakonien, kirchlichen Kliniken. Und dass niemand von ihnen im biblischen Sinne seine Ehe gebrochen haben soll, glaubt wohl nicht einmal die Kirche selbst.

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) und die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) haben eine Kampagne gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz gestartet, die sich mit dem kirchlichen Arbeitsrecht beschäftigt:

http://www.gerdia.de/

Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz

Die europäischen Antidiskriminierungsbestimmungen müssen auch in
kirchlichen Einrichtungen gelten! Dies ist Ziel der Kampagne „Gegen
religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz“ (GerDiA), die am heutigen
Mittwoch gestartet ist. Sprecherin der Kampagne ist die ehemalige
SPD-Spitzenpolitikerin Ingrid Matthäus-Maier. Sie betrachtet die
„offensive Ausgrenzungspolitik kirchlicher Betriebe“ als einen „Skandal,
der nicht weiter hingenommen werden darf“.

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