Säkulare Wahlprüfsteine an die Kandidierenden für den SPD-Vorsitz

Insgesamt sieben Kandidatenpärchen bewerben sich um den SPD-Vorsitz. Grund genug für die Säkularen Sozis die Kandidatenduos mal auf ihre Haltung zu säkularen Themen abzuklopfen. Inhaltlich reichen die acht Wahlprüfsteine von Staatsleistungen über Religionsunterricht bis zum dritten Weg. Und natürlich gehört dazu auch die Frage danach, wie die Bewerber zur Frage stehen, ob die Säkularen Sozis eine Arbeitsgemeinschaft in der SPD werden sollen, was der Parteivorstand seit Jahren immer wieder abgelehnt hat. Nicht alle Kandidaten fanden die Zeit, alle Fragen zu beantworten, einige flüchteten sich in vage Formulierungen, aber einige äußerten sich auch sehr positiv gegenüber säkularen Forderungen.

Und hier gehts zu den Antworten der Bewerber*innen um den SPD-Vorsitz

Gottes Segen? Nein, danke!

Wer wie ich als nicht religiöser Mitbürger am Silvesterabend der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin lauschte, staunte am Ende nicht schlecht. Nach einem – zwar nicht mitreißenden, aber immerhin – Plädoyer für Einigkeit auf Basis der Werte des Grundgesetzes und Achtung vor den Mitmenschen gab uns Angela Merkel noch Ihren Wunsch nach Gottes Segen für das neue Jahr mit auf den Weg.

In Anbetracht der immer größer werdenden Gruppe konfessionsfreier Menschen in Deutschland (mittlerweile sind wir bei über 36 Prozent) und stetig sinkenden Mitgliederzahlen bei beiden großen Kirchen fühlt man sich von der Politik mal wieder so richtig ernst genommen. Grund genug, der Bundeskanzerin eine säkulare Rückmeldung zu geben.

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Diskriminierung durch kirchliche Arbeitgeber – Podiumsdiskussion in Frankfurt

Kirchliche Arbeitgeber haben Arbeitnehmern gegenüber besondere Rechte, die unter dem schönen Namen „Loyalitätspflichten“ daherkommen. Der so genannte „dritte Weg“ erlaubt dem größten Arbeitgeber in Deutschland – Caritas und Diakonie kommen zusammen auf rund 1,3 Mio. Beschäftigte – Menschen mit nicht genehmer Weltanschauung offen zu diskriminieren. Und das auch, wenn diese in Bereichen arbeiten, die mit dem eigentlichen Verkündungsauftrag der Kirchen rein gar nichts zu tun haben, z.B. als Putzkraft oder Hausmeister.  Weiterlesen

Recht ist kein Geschenk des Himmels!

Auf Deutschlandradio Kultur gab es einen Beitrag von Katja Wilke zum Thema kirchliches Arbeitsrecht:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1723985/

Die alten Pfründe bleiben auch im einundzwanzigsten Jahrhundert unangetastet. Im Kirchenarbeitsrecht überlässt die Politik der Rechtsprechung die unangenehme Arbeit. Gerichte müssen sich regelmäßig an der misslichen Frage abarbeiten, welche Mitarbeiter der Kirchen nach den Zehn Geboten leben müssen und welche nicht.

Portrait von Katja Wilke

Katja Wilke (Bild: Privat)

Kindergartenkampf in Königswinter

Noch ein umfangreicher Artikel über den Fall der Kindergartenleiterin Bernadette Knecht aus Königswinter, der die katholische Kirche gekündigt hat, weil sie nach der Trennung von ihrem Mann mit einem neuen Partner zusammengezogen ist.

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,823317,00.html

Deutschlandweit werden kirchliche Arbeitgeber den Rauschendorfer Fall aufmerksam verfolgen. Viele von ihnen stehen ständig vor ähnlichen Problemen. Die beiden großen christlichen Kirchen sind nach dem öffentlichen Dienst der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland. Rund 1,3 Millionen Menschen arbeiten bei kirchlichen Trägern wie Caritas, Diakonien, kirchlichen Kliniken. Und dass niemand von ihnen im biblischen Sinne seine Ehe gebrochen haben soll, glaubt wohl nicht einmal die Kirche selbst.

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) und die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) haben eine Kampagne gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz gestartet, die sich mit dem kirchlichen Arbeitsrecht beschäftigt:

http://www.gerdia.de/

Stadt Königswinter kündigt der Kirche

Der Generalanzeiger Bonn berichtet über den bevorstehenden Trägerwechsel im Kindergarten Rauschendorf. Nachdem die Kirche der Kindergartenleiterin gekündigt hat, kündigt die Stadt nun der Kirche.

Hintergrund ist bekanntlich die Kündigung, die die Kirche der Kindergartenleiterin Bernadette Knecht zum Sommer dieses Jahres ausgesprochen hat, weil sie sich von ihrem Mann getrennt hat und nun mit einem neuen Partner zusammen lebt.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/region/Stadt-Koenigswinter-kuendigt-der-Kirche-article720366.html

Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz

Die europäischen Antidiskriminierungsbestimmungen müssen auch in
kirchlichen Einrichtungen gelten! Dies ist Ziel der Kampagne „Gegen
religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz“ (GerDiA), die am heutigen
Mittwoch gestartet ist. Sprecherin der Kampagne ist die ehemalige
SPD-Spitzenpolitikerin Ingrid Matthäus-Maier. Sie betrachtet die
„offensive Ausgrenzungspolitik kirchlicher Betriebe“ als einen „Skandal,
der nicht weiter hingenommen werden darf“.

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