Diskriminierung durch kirchliche Arbeitgeber – Podiumsdiskussion in Frankfurt

Kirchliche Arbeitgeber haben Arbeitnehmern gegenüber besondere Rechte, die unter dem schönen Namen „Loyalitätspflichten“ daherkommen. Der so genannte „dritte Weg“ erlaubt dem größten Arbeitgeber in Deutschland – Caritas und Diakonie kommen zusammen auf rund 1,3 Mio. Beschäftigte – Menschen mit nicht genehmer Weltanschauung offen zu diskriminieren. Und das auch, wenn diese in Bereichen arbeiten, die mit dem eigentlichen Verkündungsauftrag der Kirchen rein gar nichts zu tun haben, z.B. als Putzkraft oder Hausmeister.  Was das ganz konkret bedeutet, darüber berichtete die Diplompolitologin Corinna Gekeler am 6. September in einer Veranstaltung von IBKA Hessen und gbs Rhein-Main im Saalbau Bornheim in Frankfurt. Anhand von Interviews mit über 50 Betroffenen zeigte sie Ausmaß und Bandbreite der alltäglichen Diskriminierung durch kirchliche Arbeitgeber. Sachkundig erläuterte sie die aktuelle Rechtslage und berichtete von ihren Gesprächen mit Juristen und Politikern. Ergänzend zu dem Vortrag stellte Fabian Rahm von verdi-hessen die Position der Gewerkschaft vor.

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Wie Diskriminierung bei kirchlichen Arbeitgebern aussieht, beschrieb Corinna Gekeler (re.) anhand eindrucksvoller Beispiele. Fabian Rehm von verdi-hessen (Mitte) erläuterte die Position der Gewerkschaft. Martin Wagner vom IBKA Hessen (li.) moderierte die Veranstaltung.

Über die Möglichkeiten, Änderungen im kirchlichen Arbeitsrecht zu initiieren diskutierten Corinna Gekeler und Fabian Rehm anschließend mit dem Publikum. Vertreter von Caritas und Diakonie – die natürlich ebenfalls eingeladen waren – hatten in letzer Minute abgesagt.

Wer sich detailliert informieren will, dem sei das Buch empfohlen:
Corinna Gekeler – „Loyal dienen – Diskriminierendes Arbeitsrecht bei Caritas, Diakonie und Co.“