Alle Jahre wieder. Oder: Was macht so ein Atheist eigentlich an Ostern?

Pünktlich zu den hohen christlichen Feiertagen passiert es: Irgendwer kommt in irgendeiner Redaktionskonferenz auf die originelle Idee, dass man doch mal ganz weltanschaulich neutral an das Thema rangehen und einen Atheisten fragen könnte, wie der denn so Weihnachten oder Ostern feiert. Und nun ist es also wieder so weit: Das hr Fernsehen sucht einen Atheisten in Nordhessen, der Lust hat, mal zu zeigen, wie Ostern so läuft bei ihm oder ihr, mit Eiern oder ohne. Und eigentlich ist schon diese Anfrage eine Zumutung. Welchen Erkenntnisgewinn erhofft man sich hier? Möchte man bizarre atheistische Festbräuche entdecken? Oder die Atheisten beim Ostereierausblasen erwischen, um dann festzustellen, haha, die haben ja gar keine eigenen Ideen, haben alles von uns Christen geklaut?  Weiterlesen

Im Zickzack durch die Weltgeschichte

Wer schon mal einen Newsletter oder ein Anschreiben formuliert hat, weiß: Der Anfang ist das Wichtigste. Da greift man als Texter*in gern mal zu Kreativtechniken, um seine Leser*innen zu fesseln und zum weiterlesen zu motivieren. Eine besonders beliebte Kreativtechnik besteht darin, zwei völlig unterschiedliche Dinge zu nehmen, und aus der Kombination der beiden Ideen zu generieren, z.B. indem man das eine als Metapher für das andere nimmt. Klappt super in Kreativ-Workshops. Klappt nicht ganz so gut beim hr-Kirchennewsletter. Weiterlesen

HR: Hessischer oder Heiliger Rundfunk?

Sendungen wie „Das Wort zum Sonntag“ oder die üblichen christlichen Mahnungen und Spendenaufrufe zu hohen Feiertagen dürften die meisten Rundfunksteuerzahler empfinden wie Parteiwerbung vor Wahlen: ein bisschen lästig, aber kein Grund zur Aufregung. Tatsächlich nutzen die Kirchen die öffentlich-rechtlich Sender wie den hr weit intensiver als es scheint als gefällige Verlautbarungsorgane ihrer Botschaften, und sind zudem finanziell und personell aufs Engste in Organisation und Programmgestaltung des hr eingebunden.

  • Von den 32 Mitgliedern im hr-Rundfunkrat vertreten 25 Prozent einen Religionsanbieter oder sind im Management von Kirchen tätig. Auch der umstrittene DITIB ist dort vertreten.
  • Rund 1850 Kirchensendungen werden alleine im hr-Hörfunk pro Jahr ausgestrahlt. Dazu ist der hr gesetzlich verpflichtet, die Finanzierung der Produktion bleibt dabei jedoch im Dunkeln.
  • In unzähligen Sendungen kommen Kirchenlobbyisten als Experten oder anonym als Otto Normalbürger zu Wort, religiöse Folklore vom Segensroboter bis zum Online-Gottesdienst gehören zum Dauerprogramm.

Aus einer umfassende Analyse des hr-Programms vor allem im „Lutherjahr“ haben wir Highlights zusammengestellt: Gott und der hr

Wahrheit, Liebe, Blablaba

Wer sich am zweiten Weihnachtsfeiertag in den Teletext des hr verirrte, staunte nicht schlecht. Allenthalben taten Kirchenmänner unwidersprochen und unkommentiert ihre Sicht der Dinge kund und man fragte sich, ob man vielleicht in einer Parallelwelt gelandet war. Eine kurze Analyse gibt Einblick in kirchliche Befindlichkeiten …

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