Alle Jahre wieder. Oder: Was macht so ein Atheist eigentlich an Ostern?

Pünktlich zu den hohen christlichen Feiertagen passiert es: Irgendwer kommt in irgendeiner Redaktionskonferenz auf die originelle Idee, dass man doch mal ganz weltanschaulich neutral an das Thema rangehen und einen Atheisten fragen könnte, wie der denn so Weihnachten oder Ostern feiert. Und nun ist es also wieder so weit: Das hr Fernsehen sucht einen Atheisten in Nordhessen, der Lust hat, mal zu zeigen, wie Ostern so läuft bei ihm oder ihr, mit Eiern oder ohne. Und eigentlich ist schon diese Anfrage eine Zumutung. Welchen Erkenntnisgewinn erhofft man sich hier? Möchte man bizarre atheistische Festbräuche entdecken? Oder die Atheisten beim Ostereierausblasen erwischen, um dann festzustellen, haha, die haben ja gar keine eigenen Ideen, haben alles von uns Christen geklaut? 

Nun ja, wenn man genau hinschaut, gibt es tatsächlich nicht so viele Unterschiede. Und das mit dem Klauen ging eher anders herum. Aber dazu später mehr. Fakt ist: Atheisten gehen Ostern nicht in die Kirche, ebenso wenig wie die Mehrheit der Kirchenmitglieder. So planten 2015 nur ein Fünftel der Protestenten und ein gutes Viertel der Katholiken zu Ostern einen Kirchenbesuch. Zur Erinnerung: Wir sprechen hier vom höchsten kirchlichen Fest. Nach Angaben der EKD gingen 2016 am Karfreitag (dem höchsten protestantischen Feiertag) ganze 4,1 Prozent der Kirchenmitglieder in einen Gottesdienst. Das heißt, eins von 25 evangelischen Kirchenmitgliedern findet am höchsten Feiertag seiner Kirche den Weg selbige. Die Katholiken sind da etwas engagierter.

Für  ein Drittel der Kirchenmitglieder ist das Wichtigste zu Ostern, dass die Familie zusammenkommt. 19,3 Prozent geben das lange Wochenende als das Highlight der Osterfeiertage an und für immerhin 17,3 Prozent steht die Auferstehung Christi im Mittelpunkt. Bis auf den letzten Punkt können wir uns als Atheisten hier problemlos anschließen. Und das ist jetzt keine Überraschung, denn Ostern ist wie Weihnachten ursprünglich ein jahreszeitliches Fest und wurde von den Christen für ihre eigenen Zwecke gekapert. Häschen, Eier und bunte Blumen stehen für Fruchtbarkeit und zeigen, was Ostern eigentlich ist: ein Frühlingsfest. Das Ding mit der Auferstehung lässt sich da so lala gut andocken: Die Natur erwacht zu neuem Leben, der Herr steht auf. Passt schon irgendwie.

Doch bei all den Eiern und Häschen sollten die Menschen doch nicht zu fröhlich werden, finden die Kirchen. Und so schauen die Gläubigen und Ungläubigen, die an dem langen Osterwochenende gern das Tanzbein schwingen möchten, in die Röhre. Denn in Hessen gilt das strengste Feiertagsgesetz in ganz Deutschland: Die Ostertage – beginnend am Gründonnerstag – sind praktisch durchgängig so genannte stille Feiertage. Das heißt, Tanz- und Sportveranstaltungen sind verboten, auch wenn sie im Keller stattfinden und keiner außerhalb etwas davon mitbekommt. Ein bisschen Verzicht und Selbstkasteiung sollte schon sein. Um es klar zu sagen: Atheisten wollen keine Osterprozession stürmen oder ähnliches, sie möchten einfach nur feiern dürfen. Davon sollte sich eigentlich keiner der 17,3 Prozent, für die die Auferstehung Christi das Wichtigste ist, gestört fühlen. Aber bei der Kirche geht es eben nicht um leben und leben lassen, sondern um Macht und die Definitionshoheit über den öffentlichen Raum.

hasenfestNun wird diese Diskussion doch schon sehr politisch und unbequem und das ist sicher nicht das, was der hr bei seiner Anfrage im Sinne hatte. Atheisten werden gern genommen als folkloristisches Beiwerk und Beweis dafür, dass man ja weltanschaulich total offen ist. Aber wenn es darum geht, über Veranstaltungen oder Pressemitteilungen von säkularen Organisationen zu berichten oder sich mit ihren Forderungen auseinanderzusetzen, hört das Interesse des hr dann auch ganz schnell wieder auf. Für den Rest des Jahres verschwinden die Atheisten wieder in der Versenkung und die Kirche regiert das hr Programm (mehr dazu hier: Gott und der hr). Ernst nehmen sieht anders aus.

In diesem Sinne: Haltet die Ohren steif und genießt das Hasenfest!

 

Quellen:

https://www.ekd.de/Gottesdienst-Zahlen-Daten-EKD-17289.htm
https://www.welt.de/politik/deutschland/article13810418/Protestanten-vergeht-die-Lust-am-Kirchenbesuch.html
https://www.deutschlandfunk.de/gottesdienste-laaaangweilig.886.de.html?dram:article_id=385213
https://fowid.de/meldung/kirchganghaeufigkeit-deutschland-1980-2016
https://yougov.de/news/2015/04/05/ostern-katholiken-sind-die-fleissigeren-kirchgange/
https://civey.com/pro/unsere-arbeit/trend/sonstige/ostern-versus-weihnachten-weniger-kirche-weniger-geschenke-familienfest
https://www.dehoga-hessen.de/branchenthemen/hessisches-feiertagsgesetz-tanzverbot/
https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/tanzverbot-an-karfreitag–was-ist-in-welchem-bundesland-erlaubt–7411990.html
https://www.bento.de/politik/tanzverbot-2019-wo-und-wie-lange-clubs-an-karfreitag-geschlossen-bleiben-a-00000000-0003-0001-0000-000002223250

 

Wie und wo beleidigt man Gott

In Deutschland drohen für blasphemische Äußerungen oder Tätigkeiten bis zu drei Jahre Haft, wenn diese geeignet sind, den öffentlichen Frieden zu stören. So festgelegt im § 166 StGB (Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgemeinschaften und Weltanschauungsvereinigungen). Ab wann der öffentliche Friede gestört ist, bleibt Ansichtssache. Anders in den Niederlanden, Norwegen, Island und Irland: Dort wurden die Blasphemiegesetze in den letzten Jahren abgeschafft. Weniger tolerant sieht es in einigen islamischen Ländern aus: In Afghanistan, Iran, Nigeria, Pakistan, Saudi-Arabien und Somalia droht Verurteilten sogar die Todesstrafe. Eine aktuelle Übersicht über die Blasphemigesetzgebung weltweit gibt dieser Artikel auf fowid.de:

https://fowid.de/meldung/blasphemie-gesetzgebungen-weltweit

Und hier finden Sie eine kleine Zusammenstellung von Blasphemievorwürfen in Deutschland.

 

100 Jahre Staatsleistungen – 100 Jahre Missachtung der Verfassung

Die Weimarer Reichsverfassung (WRV) – die erste demokratische Verfassung Deutschlands – wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern. Vor allem für die Kirchen. Denn sie profitieren seit 100 Jahren davon, dass die sogenannten Staatsleistungen, die eigentlich laut Art. 138 Abs. 1 der WRV längst hätten abgelöst werden müssen, bis heute bestehen. Und ordentlich Geld in die klammen Kirchenkassen spülen: Jedes Jahr erhalten die Kirchen von den Bundesländern (mit Ausnahme von Bremen und Hamburg) rund 500 Millionen Euro. 

Dabei ist der Verfassungsauftrag unmissverständlich: Die Staatsleistungen sind abzulösen, d.h. durch eine einmalige Entschädigungsleistung zu beenden. Das Grundgesetz bestimmt in Art. 140 GG in Verbindung mit Art. 138 Weimarer Reichsverfassung (WRV):

„(1) Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst. Die Grundsätze hierfür stellt das Reich auf.“

Bundesregierung und Parteien scheuen das Thema wie der Teufel das Weihwasser und sehen keinen Handlungsbedarf. Doch zum Verfassungsjubiläum regt sich Widerstand. Im Bündnis „BAStA – Bündnis altrechtliche Staatsleistungen abschaffen“ haben sich jetzt verschiedene säkulare und politische Organisationen zusammengeschlossen, um das Thema an die Öffentlichkeit zu bringen. Mit dabei sind u.a. auch die AG Säkulare Organisationen in Hessen. 

Mehr zum Thema Staatsleistungen und zu BAStA 

Jenseits der Opfergrenze – die Doppelmoral der CDU/CSU

Wenn man sich die aktuelle Politik der Parteien mit dem C im Namen anschaut, fragt man sich, wie es denn nun mit dem Schutz des Lebens eigentlich aussieht. Beim Kompromissvorschlag zur Neufassung des § 219a StGB steht der Schutz des ungeborenen Lebens nach wie vor an erster Stelle. Die Rechte der Frauen, die ungewollt schwanger werden, sind nebensächlich. Mit der perfiden Formulierung „Werbung für Schwangerschaftsabbrüche“ tut man so, als würden Frauen womöglich dazu verleitet werden abzutreiben, wenn Ärzte auf ihren Webseiten darüber informieren, dass und wie sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Nee, ist klar, frau streift durchs Internet, stößt auf die Website eines solchen Arztes und denkt sich: „Hey, klingt spannend, das möchte ich auch mal machen.“ Oder vielleicht: „Wow, so einfach ist das, na, dann verhüte ich doch einfach mal nicht.“ Dass Frauen auch verantwortungsvoll mit sich und ihrem Körper umgehen könnten, scheinen die christlichen Damen und Herren jedenfalls auszuschließen. 

In dem Zusammenhang ist es interessant, sich den § 219 StGB (Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage) mal im Wortlaut zu Gemüte zu führen:

„(1) Die Beratung dient dem Schutz des ungeborenen Lebens. Sie hat sich von dem Bemühen leiten zu lassen, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen; sie soll ihr helfen, eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung zu treffen. Dabei muß der Frau bewusst sein, dass das Ungeborene in jedem Stadium der Schwangerschaft auch ihr gegenüber ein eigenes Recht auf Leben hat und daß deshalb nach der Rechtsordnung ein Schwangerschaftsabbruch nur in Ausnahmesituationen in Betracht kommen kann, wenn der Frau durch das Austragen des Kindes eine Belastung erwächst, die so schwer und außergewöhnlich ist, daß sie die zumutbare Opfergrenze übersteigt. (…)“

Für schwangere Frauen gibt es also eine zumutbare Opfergrenze. Meine – ganz persönliche – Meinung dazu ist: Ja, es gibt hier einen Interessenskonflikt. Ja, auch das ungeborene Leben verdient Schutz. Aber Frauen sind nicht einfach nur die Gefäße, die ein Kind austragen, das Zusammenspiel zwischen dem Organismus der schwangeren Frau und dem Ungeborenen ist komplex und beeinflusst dessen Entwicklung in vielfältigster Art und Weise. Eine Schwangerschaft ist eine Situation, welche die Frau in intimster Form betrifft. Die Lösung kann daher nicht sein, Frauen bewusst den Zugang zu notwendigen Informationen zu erschweren. Wer das tut, entmündigt Frauen und macht sie zu Bürgerinnen zweiter Klasse. Die radikalen Lebenschützer*innen lassen grüßen.

Ganz anders positionieren sich die C-Parteien beim zweiten aktuellen Thema, dem Tempolimit auf Autobahnen. Hier kann von einer zumutbaren Opfergrenze keine Rede sein, schließlich geht es um die „freie Fahrt für freie Bürger“. Man kann doch dem deutschen Autofahrer nicht zumuten, langsamer zu fahren, weil das vielleicht Leben rettet! Und wegen der Umwelt schon mal gleich gar nicht. Gegenüber der „Bild am Sonntag“ sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU): „Das Prinzip der Freiheit hat sich bewährt. Wer 120 fahren will, kann 120 fahren. Wer schneller fahren möchte, darf das auch. Was soll der Ansatz der ständigen Gängelung?“ 

Die Antwort ist ziemlich einfach: Leben retten. Geborenes Leben, um genau zu sein. Den Beweis, dass das funktioniert, gibt es auch schon: Auf der A24 in Brandenburg wurde 2002 auf einem 62 Kilometer langen Streckenabschnitt ein Tempolimit von 130 km/h eingeführt. Das Ergebnis ist ebenso eindeutig wie wenig überraschend: Die Zahl der tödlichen Unfälle sank um 57 Prozent von 838 auf 362 jährlich. Das sind 476 Menschenleben. Wie viele Menschenleben könnte man wohl jedes Jahr retten, wenn es bundesweit ein solches Tempolimit gäbe? Ist dieses Opfer zumutbar? Der christliche Verkehrsminister meint, nein. Wie er das mit seinem Glauben vereinbart, weiß nur er allein.

Im Zickzack durch die Weltgeschichte

Wer schon mal einen Newsletter oder ein Anschreiben formuliert hat, weiß: Der Anfang ist das Wichtigste. Da greift man als Texter*in gern mal zu Kreativtechniken, um seine Leser*innen zu fesseln und zum weiterlesen zu motivieren. Eine besonders beliebte Kreativtechnik besteht darin, zwei völlig unterschiedliche Dinge zu nehmen, und aus der Kombination der beiden Ideen zu generieren, z.B. indem man das eine als Metapher für das andere nimmt. Klappt super in Kreativ-Workshops. Klappt nicht ganz so gut beim hr-Kirchennewsletter.

kirchen-newsletter_kreativVon der Ablehnung des Brexit-Deals im britischen Unterhaus zur Hoffnung der hr-Kirchenredaktion, bei ihren Leser*innen für „inspirierende Momente für ein gutes Leben und verantwortliches Handeln“ zu sorgen, ist der Weg doch arg weit. Erinnert irgendwie an die amüsante SPON-Rubrik „In sieben Schritten – im Zickzack durch die Weltgeschichte“, bei der zwei beliebige Dinge A und B über sieben Schritte kausal miteinander verbunden werden, wobei A zum Beispiel eine fliegende Kuh und B Viagra sein kann. Sehr unterhaltsam und lehrreich.

Aber zurück zum hr-Kirchennewsletter. Vielleicht hat hr-Kirchenredakteur Lothar Bauerochse auch einfach nur eine Wette verloren. Dafür spricht auch der erste Teaser „Dem Leben auf der Spur“, in dem es von Metaphern und Redewendungen mit dem Wort „Spur“ nur so wimmelt und auch schon mal „Spur“ und „Spürsinn“ in einen Topf geworfen werden. Alte Texterweisheit: Manchmal ist weniger doch mehr. Aber lassen Sie sich gern selbst von der hr-Kirchenredaktion „inspurieren“ …

So weit, so lustig. Doch was hier einfach etwas zu weit hergeholt erscheint, hat beim hr Methode: Ganz gleich, um welches Thema es geht, es findet sich immer ein Anknüpfungspunkt, um kirchliche Anliegen daran aufzuhängen und so in das Programm zu bringen. Mehr dazu finden Sie in unserer Rubrik Gott und der hr

Für Säkulare eine Enttäuschung: der Koalitionsvertrag zwischen CDU und Bündnis90/Die Grünen

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und Bündnis 90/Die Grünen steht. Aus säkularer Sicht ganz sicher kein großer Wurf: Viel Wertschätzung von Religion und Kirchen findet sich dort, wenig bis gar keine Berücksichtigung säkularer Interessen.

So wird das „Bekenntnis zum „Staatskirchenverhältnis“ (gemeint ist wohl das Verhältnis von Staat und Kirche, die so genannte „hinkende Trennung“, wie der bestehende Zustand auch genannt wird, weil es sich eben nicht um eine echte Trennung handelt) ausdrücklich betont. Änderungen gegen den Willen der Kirchen sind von dieser Koalition kaum zu erwarten, denn man setzt auf „eine lebendige Partnerschaft mit den Kirchen und Glaubensgemeinschaften“ und will „gesellschaftliche Fragen an die besondere Stellung der Kirchen in unserem Land (…) im  vertrauensvollen Dialog mit ihnen besprechen“.

Auch beim Thema Religionsunterricht wenig Neues: Zwar soll der Ethikunterricht flächendeckend gewährleistet werden, gleichzeitig findet sich im Koalitionsvertrag ein klares „Bekenntnis“ zum bekenntnisorientierten Religionsunterricht. Der islamische Religionsunterricht soll weiter ausgebaut werden – und so das aktuelle Konstrukt weiter zementieren.

Hier relevanten Stellen aus dem Koalitionsvertrag im Wortlaut:

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HR: Hessischer oder Heiliger Rundfunk?

Sendungen wie „Das Wort zum Sonntag“ oder die üblichen christlichen Mahnungen und Spendenaufrufe zu hohen Feiertagen dürften die meisten Rundfunksteuerzahler empfinden wie Parteiwerbung vor Wahlen: ein bisschen lästig, aber kein Grund zur Aufregung. Tatsächlich nutzen die Kirchen die öffentlich-rechtlich Sender wie den hr weit intensiver als es scheint als gefällige Verlautbarungsorgane ihrer Botschaften, und sind zudem finanziell und personell aufs Engste in Organisation und Programmgestaltung des hr eingebunden.

  • Von den 32 Mitgliedern im hr-Rundfunkrat vertreten 25 Prozent einen Religionsanbieter oder sind im Management von Kirchen tätig. Auch der umstrittene DITIB ist dort vertreten.
  • Rund 1850 Kirchensendungen werden alleine im hr-Hörfunk pro Jahr ausgestrahlt. Dazu ist der hr gesetzlich verpflichtet, die Finanzierung der Produktion bleibt dabei jedoch im Dunkeln.
  • In unzähligen Sendungen kommen Kirchenlobbyisten als Experten oder anonym als Otto Normalbürger zu Wort, religiöse Folklore vom Segensroboter bis zum Online-Gottesdienst gehören zum Dauerprogramm.

Aus einer umfassende Analyse des hr-Programms vor allem im „Lutherjahr“ haben wir Highlights zusammengestellt: Gott und der hr

Wahrheit, Liebe, Blablaba

Wer sich am zweiten Weihnachtsfeiertag in den Teletext des hr verirrte, staunte nicht schlecht. Allenthalben taten Kirchenmänner unwidersprochen und unkommentiert ihre Sicht der Dinge kund und man fragte sich, ob man vielleicht in einer Parallelwelt gelandet war. Eine kurze Analyse gibt Einblick in kirchliche Befindlichkeiten …

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Gruppe der Konfessionsfreien auch 2017 weiter gewachsen

Die gute Nachricht zum Jahresende: Nach der Bestandsaufnahme der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) waren 2017 bereits 37 Prozent der Menschen in Deutschland konfessionsfrei bzw. ohne Religionszugehörigkeit. Das ist ein Plus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die beiden großen Kirchen büßten dagegen weiter Mitglieder ein: Die römisch-katholische Kirche kommt nur noch auf 28,2 Prozent (minus 0,3 Prozent), die EKD-evangelische Kirche lag 2017 bei 26 Prozent (minus 0,5 Prozent). Zusammen machen sie damit nur noch 54 Prozent aus. Gründe sind neben dem Bestattungsüberschuss (Bestattungen minus Taufen) vor allem die nach wie vor sehr hohen Austrittszahlen, welche die Zahl der Wiedereintritte bei weitem übertreffen.

„Bleiben diese Trends erhalten oder verstärken sich sogar (…), so werden die Kirchenmitglieder der beiden großen Kirchenverbände voraussichtlich in den Jahren 2022/2023 den Anteil von 50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland unterschreiten.“

Mehr dazu hier: Religionszugehörigkeiten in Deutschland 2017 (fowid.de)

Säkulare Gesellschaft – säkulare Politik!

Am 28. Oktober wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt. Grund genug für die säkularen Organisationen in Hessen, den Parteien zum Thema Trennung von Staat und Kirche mal genauer auf den Zahn zu fühlen. Die Arbeitsgruppe „Säkulare Organisationen in Hessen“ hat dafür zehn Walhlprüfsteine erstellt und an die Parteien zur Beantwortung geschickt. Das Spektrum reicht von finanziellen und medienrechtlichen Privilegien, der Abschaffung der Sonderregelung im Arbeitsrecht und der Einführung eines Ethikunterrichts für alle Schüler bis hin zu säkularen Feiertagen und dem gebührenfreien Kirchenaustritt. Die Antworten der Parteien machen wir Ihnen natürlich zugänglich.

Mehr dazu lesen Sie auf http://www.die-säkularen-hessen.de

Mit Politiker*innen der im Landtag vertretenen Parteien diskutieren wir über die wichtigsten Themen aus den Wahlprüfsteinen:

Wie trennen wir Staat und Kirche?
Säkulare Gesellschaft – säkulare Politik!

Podiumsdiskussion
14. September 2018, 19:30 Uhr
Saalbau Bornheim, Clubraum 1
Arnsburger Straße 24, 60385 Frankfurt

Der Eintritt ist frei.