Toll, jetzt erkennt auch die Kirche: Religionsfreiheit ist Menschenrecht

Religionsfreiheit is Menschenrecht

Neulich in Frankfurt-Bornheim: Mit einem großen Plakat verkündet die katholische Kirche in Gestalt ihres aktuellen Oberhirten, das Religionsfreiheit ein Menschenrecht ist. Wie schön, denke ich mir. Wobei ich mich frage, ob die und wir wohl dasselbe meinen. Nämlich, dass auch die „andere“ Religionsfreiheit, die, keine Religion zu haben, ein Menschenrecht ist.

Wir empfehlen Papst Franziskus einen Blick in den Freedom of Thought Report 2013. Dort könnte er erfahren, dass Atheisten  in 13 Ländern die Todesstrafe droht, in 12 Ländern der Abfall vom Glauben mit dem Tod bestraft wird und in 55 Ländern – u.a. Deutschland – Blasphemie strafbar ist, wobei in 39 davon eine Gefängnisstrafe droht und in 7 ein Todesurteil.

Papst fordert Erwachsene zum Schutz der Kinder auf

Stern.de berichtet über den zweiten Tag des Besuchs in Mexiko von Papst Benedikt XVI. Dieser hat die Erwachsenen zum Schutz der Kinder aufgefordert.

http://www.stern.de/news2/aktuell/papst-fordert-erwachsene-zum-schutz-der-kinder-auf-1804647.html

Und schon wieder wird die Wirklichkeit vom Papst verdreht. Die Schlagzeile sollte eigentlich heißen: Erwachsene fordern Papst zum Schutz der Kinder auf. Die katholische Kirche ist konfrontiert mit einem Missbrauchsskandal von unglaublicher Dimension. Dem Papst wird vorgeworfen persönlich an der Vertuschung der Vorfälle beteiligt gewesen zu sein und ausgerechnet er fordert die Erwachsenen zum Schutz der Kinder auf. Die Scheinheiligkeit und Heuchelei ist mal wieder nicht zu überbieten.

Oder doch?

heute.de bereichtet auch über den Papstbesuch in Mexico:

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/21/0,3672,8504533,00.html

Am Vortag des Besuches war es in Mexiko-Stadt zu Protesten gekommen. Demonstranten warfen dem Papst vor, Missbrauchsfälle in der mexikanischen Kirche gedeckt zu haben. Zugleich kritisierten sie die ihrer Meinung nach zu hohen Kosten der Visite.

In Mexiko wurden zuvor unterschiedliche Erwartungen an den Besuch des deutschen Papstes formuliert. Er will sich, wie zuvor aus dem Vatikan verlautete, nicht zu den Missbrauchsskandalen in der mexikanischen Kirche äußern, was Menschenrechtsaktivisten fordern. Vor allem der Skandal um den Gründer der einflussreichen Legion Christi, den Priester Marcial Maciel (1920-2008), hat der Kirche in Mexiko schwer geschadet. Maciel, wurde beschuldigt, mehr Dutzende Kinder missbraucht und mit zwei Frauen drei Kinder gehabt zu haben.

Der Papst wird auch folgendermaßen zitiert:

„Es ist die Aufgabe der Kirche, das Gewissen zu bilden, zur moralischen Verantwortung anzuhalten und das Böse zu entlarven, die Vergötterung des Geldes zu demaskieren, die den Menschen versklavt, und die falschen Versprechen der Drogen, ihre Lügen und der damit verbundene Betrug.“

Ist mit Drogen und dem damit verbundenen Betrug auch der Bau von Kirchen finanziert mit Drogengeldern gemeint? Oder die Geldwäsche der Drogengelder durch die Kirche?

In dem Beitrag „Der Papst muss die Rache der Mafia in Mexico nicht fürchten“ schreibt die Historikerin Prof. Dr. Silke Hensel:

Der Bischof von Aguascalientes, Ramon Godinez, äußerte dem Beitrag zufolge 2005 die Ansicht, die Kirche könne durchaus Drogengelder annehmen, weil das Geld, vorausgesetzt es werde in guter Absicht gegeben, ‚gereinigt‘ werden könne.

http://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2012/mar/Ansichtssache_Papstreise_Mexiko.html

In den Medien ist zu lesen, der Papst habe Mexico seine Hilfe beim Kampf gegen die Drogen versprochen. Hoffentlich fällt die Aktion etwas wirkungsvoller aus, als die im letzten August mit dem Blut von Papst Johannes Paul II. Das hat wohl nicht wirklich geholfen:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,779562,00.html

Treue zum Papst bis zum Märtyrertod

Tilmann Kleinjung hat einen Bericht auf Tagesschau.de über die Erhebung von 22 Geistlichen in den Kardinalsstand und die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente des Vatikan geschrieben.

Unter Stichwort Kardinal schreibt er:
„Dabei setzt der Papst dem neu ernannten Kardinal das rote Birett auf: als sichtbares Zeichen seiner Kardinalswürde. Die rote Farbe soll dabei die Treue zum Papst bis zum Märtyrertod symbolisieren.“

Das klingt ein wenig nach: „Papst befiehl, wir folgen dir!“. Ob man als deutscher Kardinal vom Verfassungsschutz überwacht wird?