Dr. h.c. Tatsachenverdreher

Wolfgang Thierse schreibt in der Zeitschrift ‚Jesuiten‘ einen Bericht über die Kirchensteuer.

http://www.domradio.de/news/artikel_80633.html

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sieht in der Kirchensteuer eine finanzielle Unterstützung der Gläubigen für den Staat. Denn mit den Mitteln würden jene sozialen und kulturellen Leistungen der Kirchen unterstützt, die sie für die öffentliche Hand übernähmen, schreibt Thierse in einem Beitrag für die in München erscheinende Zeitschrift „Jesuiten“.

Der Humanistische Pressedienst sieht die Sache anders:

http://hpd.de/node/13112

Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestags und Mitglied im Bundesvorstand der SPD, äußerte sich in der Zeitschrift der Jesuiten auch zur Rolle der Kirchensteuer für den deutschen Staat und verdeutlichte dabei eine solche Unwissenheit über die Thematik, dass man sich fragt, wie unwissend, d.h. dumm darf man als Politiker sein? …

Die Eigenbeiträge der Gläubigen müssten daher ‚mindestens als Gewinn für beide Seiten‘ betrachtet werden, so der SPD-Politiker.

Das ist schlicht falsch. Auch wenn Thierse es immer wieder so sagt. …

Würden, einmal angenommen, alle Einrichtungen, die sich jetzt in kirchlicher Trägerschaft  befinden, in öffentliche Regie übernommen, dann müsste der Staat einerseits rund 840 Millionen Euro mehr bezahlen als bisher. Da dann aber auch die steuerliche Absetzbarkeit der Kirchensteuer keine Begründung mehr hätte, also wegfallen würde, hätte der Staat eine Mehreinnahme von 2,88 Milliarden Euro. Diese 2,88 Milliarden Mehreinnahme minus 840 Millionen Mehrkosten bedeuten eine Nettoeinnahme von rund zwei Milliarden Euro für den Staat.

Diese zwei Milliarden, die der Staat bisher den Kirchenmitgliedern und damit der Kirche zukommen lässt, könnten dann zu Verbesserungen im Sozialsystem eingesetzt werden, für die derzeit häufig kein Geld mehr in den öffentlichen Kassen ist.