Fragwürdiger Kreuz-Kompromiss

Die Offenbach-Post berichtet über den fragwürdigen Kreuz-Kompromiss in Egelsbach

http://www.op-online.de/nachrichten/egelsbach/kirchenkreuz-kompromiss-egelsbach-fragwuerdig-debatte-holzkreuze-2312906.html

Und in der Tat stellen sich viele Fragen:

Wie kann ein Kompromiss zustande kommen, wenn nur die Evangelische Kirche Egelsbach und die Gemeinde Egelsbach beteiligt wurden, die Gegenseite aber nicht?

Der Hauptkritikpunkt liegt in der Aufstellung der Kreuze auf öffentlichem Grund. Denn das Grundgesetz schreibt dem Staat und damit der Gemeinde Egelsbach, als Gliederung des Staates, weltanschauliche Neutralität vor. Wie kann in dieser Frage ein Kreuz stehenbleiben? Gilt das Grundgesetzt in Egelsbach jetzt nur ein bisschen? Oder wirkt das Grundgesetz am Waldrand weniger als im Ortskern? Sind wir ein bisschen schwanger?

Die Umstände der Aufstellung sind weiterhin konfus und der Bürgermeister hat einfach keine Lust sich mit einem einzelnen Bürger auseinanderzusetzen. Da könnte ja jeder kommen:

„Für die Kreuze gibt es keine Baugenehmigung, wenn man so will, sind sie illegal“, bestätigt Rudi Moritz auf Anfrage unserer Zeitung. „Aber wir sind ja auch immer davon ausgegangen, dass sie nicht lange stehen bleiben würden. Es gibt sehr wohl einen Genehmigungsbeschluss, bloß ohne Frist – das war der Fehler.“ Freilich sei man im Gemeindevorstand alles andere als in der Sache einig. Und warum wurde Radebach-Opitz nun in Sachen „Kompromiss“ weder beteiligt noch informiert? „Weil ich keine Lust habe, nach der Pfeife eines einzelnen Mannes zu tanzen“, nimmt Moritz kein Blatt vor den Mund.

Der Pfarrer hat dazu seine eigene Meinung:

„Das ist doof“, kommentiert der evangelische Pfarrer Martin Diehl nicht minder deutlich Informationspolitik und Äußerungen des Rathaus-Chefs. „Und es stimmt. In unseren Reihen war der Kompromiss schwer zu vermitteln. Kirche, die ihren Glauben nicht nach außen geben kann, hat ein Auftrags- und Identitätsproblem. Trotzdem wollen wir der Deeskalation den Vorrang geben.“

Sehr geehrter Pfarrer Diehl, sie wollen ihren Glauben nach außen geben, also Werbung für ihren Glauben machen. Das ist kein Problem. Nur mit festen Bauten auf öffentlichen Grund wird das nichts. Kaufen Sie sich ein Grundstück, beantragen Sie eine Baugenehmigung und bauen Sie sich ein christliches Symbol 3 mal so groß wie das goldene McDonald’s-Zeichen, an dem Sie sich so reiben. Die evangelische Kirche hat das Geld. Sie müssen nur an höherer Stelle für das Anliegen werben. Viel Erfolg!

Und wo wir gerade beim Geld sind, klären Sie doch die Öffentlichkeit auf, wer die Aufstellung und die Reparatur der beschädigten Kreuze bezahlt hat. Diese Fragen haben bisher weder Sie noch Herr Moritz beantwortet.

Reformationsjubiläum: Kulturstaatsminister gibt 2,5 Millionen Euro

Überall in Europa muss gespart werden, nur bei den Kirchen nicht. Die evangelische Kirche feiert 2017! das große Jubiläum der Reformation und der Steuerzahler darf zahlen. 2,5 Millionen in 2012. Wer sich jetzt fragt, warum der Staat den Kirchen schon wieder so viel Geld hinterherwerfen muss, sollte den kompletten Artikel auf welt.de lesen, denn das ist nur der Anfang:

http://www.welt.de/newsticker/news3/article106271245/Reformationsjubilaeum-Kulturstaatsminister-gibt-2-5-Millionen-Euro.html

Die Bundesregierung bereitet gemeinsam mit den Ländern und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) das Reformationsjubiläum vor. Bis 2017 sollen 35 Millionen Euro an Sondermitteln aus dem Etat des Kulturstaatsministers zur Verfügung gestellt werden.

Vielleicht gibt es in Deutschland dringendere Themen, die man mit 35 Millionen Euro angehen kann.