Hoppel Dich frei an Ostern: Kirchenaustrittsaktion zum Hasenfest

Nach der erfolgreichen Aktion 2011 in Mainz sind es in diesem Jahr schon acht Städte, die sich der kollektiven Austrittsaktion am Gründonnerstag angeschlossen haben. Austrittswillige, die ihren Schritt in die Freiheit gemeinsam mit Gleichgesinnten feiern möchten, finden auf der Website zur Aktion alle nötigen Infos:

http://www.hasenfest.org/

Trierer, die am Donnerstag aus der Kirche hoppeln möchten, haben zudem die Chance auf einen Gratis-Austritt, denn die Trierer Veranstalter verlosen mehrere kostenlose Kirchenaustritte.

http://www.wissenrockt.de/2012/03/24/trierer-humanisten-verlosen-erstattung-von-austrittsgebuhr-25796/

Dr. h.c. Tatsachenverdreher

Wolfgang Thierse schreibt in der Zeitschrift ‚Jesuiten‘ einen Bericht über die Kirchensteuer.

http://www.domradio.de/news/artikel_80633.html

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sieht in der Kirchensteuer eine finanzielle Unterstützung der Gläubigen für den Staat. Denn mit den Mitteln würden jene sozialen und kulturellen Leistungen der Kirchen unterstützt, die sie für die öffentliche Hand übernähmen, schreibt Thierse in einem Beitrag für die in München erscheinende Zeitschrift „Jesuiten“.

Der Humanistische Pressedienst sieht die Sache anders:

http://hpd.de/node/13112

Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestags und Mitglied im Bundesvorstand der SPD, äußerte sich in der Zeitschrift der Jesuiten auch zur Rolle der Kirchensteuer für den deutschen Staat und verdeutlichte dabei eine solche Unwissenheit über die Thematik, dass man sich fragt, wie unwissend, d.h. dumm darf man als Politiker sein? …

Die Eigenbeiträge der Gläubigen müssten daher ‚mindestens als Gewinn für beide Seiten‘ betrachtet werden, so der SPD-Politiker.

Das ist schlicht falsch. Auch wenn Thierse es immer wieder so sagt. …

Würden, einmal angenommen, alle Einrichtungen, die sich jetzt in kirchlicher Trägerschaft  befinden, in öffentliche Regie übernommen, dann müsste der Staat einerseits rund 840 Millionen Euro mehr bezahlen als bisher. Da dann aber auch die steuerliche Absetzbarkeit der Kirchensteuer keine Begründung mehr hätte, also wegfallen würde, hätte der Staat eine Mehreinnahme von 2,88 Milliarden Euro. Diese 2,88 Milliarden Mehreinnahme minus 840 Millionen Mehrkosten bedeuten eine Nettoeinnahme von rund zwei Milliarden Euro für den Staat.

Diese zwei Milliarden, die der Staat bisher den Kirchenmitgliedern und damit der Kirche zukommen lässt, könnten dann zu Verbesserungen im Sozialsystem eingesetzt werden, für die derzeit häufig kein Geld mehr in den öffentlichen Kassen ist.

Die Linke will Staatsleistungen an Religionsgesellschaften abschaffen

Die Linke strebt mit einem Gesetzentwurf im Bundestag die Aufhebung der Staatsleistungen an die Kirchen an:

http://www.bundestag.de/presse/hib/2012_03/2012_151/04.html

Die Linke schlägt vor, zur Wahrung der Einheitlichkeit dem Bund Grundsätze aufzustellen zu lassen. Diese müssten durch Landesgesetz verfügte Ablösung der Staatsleistungen an Religionsgesellschaften und deren Entschädigung regeln. Als Ausgleich für diesen Enteignungsvorgang setze dieses Gesetz eine Ablösungssumme in Höhe des zehnfachen Jahresbetrags gezahlten Summe fest.

Da umstritten ist, ob die bisherigen Zahlungen ursprünglich wirklich auf Dauer angelegt sein sollten, stellt sich folglich auch die Frage, ob eine Entschädigung zur Ablösung wirklich noch nötig ist, oder ob die Kirchen nicht über Jahrzehnte Leistungen in Anspruch genommen haben, die ihnen gar nicht zustanden.
Grundsätzlich ist es jedoch sehr erfreulich, dass es endlich mal eine Partei gewagt hat, diesen Punkt zu thematisieren.

Kindergartenkampf in Königswinter

Noch ein umfangreicher Artikel über den Fall der Kindergartenleiterin Bernadette Knecht aus Königswinter, der die katholische Kirche gekündigt hat, weil sie nach der Trennung von ihrem Mann mit einem neuen Partner zusammengezogen ist.

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,823317,00.html

Deutschlandweit werden kirchliche Arbeitgeber den Rauschendorfer Fall aufmerksam verfolgen. Viele von ihnen stehen ständig vor ähnlichen Problemen. Die beiden großen christlichen Kirchen sind nach dem öffentlichen Dienst der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland. Rund 1,3 Millionen Menschen arbeiten bei kirchlichen Trägern wie Caritas, Diakonien, kirchlichen Kliniken. Und dass niemand von ihnen im biblischen Sinne seine Ehe gebrochen haben soll, glaubt wohl nicht einmal die Kirche selbst.

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) und die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) haben eine Kampagne gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz gestartet, die sich mit dem kirchlichen Arbeitsrecht beschäftigt:

http://www.gerdia.de/

Papst fordert Erwachsene zum Schutz der Kinder auf

Stern.de berichtet über den zweiten Tag des Besuchs in Mexiko von Papst Benedikt XVI. Dieser hat die Erwachsenen zum Schutz der Kinder aufgefordert.

http://www.stern.de/news2/aktuell/papst-fordert-erwachsene-zum-schutz-der-kinder-auf-1804647.html

Und schon wieder wird die Wirklichkeit vom Papst verdreht. Die Schlagzeile sollte eigentlich heißen: Erwachsene fordern Papst zum Schutz der Kinder auf. Die katholische Kirche ist konfrontiert mit einem Missbrauchsskandal von unglaublicher Dimension. Dem Papst wird vorgeworfen persönlich an der Vertuschung der Vorfälle beteiligt gewesen zu sein und ausgerechnet er fordert die Erwachsenen zum Schutz der Kinder auf. Die Scheinheiligkeit und Heuchelei ist mal wieder nicht zu überbieten.

Oder doch?

heute.de bereichtet auch über den Papstbesuch in Mexico:

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/21/0,3672,8504533,00.html

Am Vortag des Besuches war es in Mexiko-Stadt zu Protesten gekommen. Demonstranten warfen dem Papst vor, Missbrauchsfälle in der mexikanischen Kirche gedeckt zu haben. Zugleich kritisierten sie die ihrer Meinung nach zu hohen Kosten der Visite.

In Mexiko wurden zuvor unterschiedliche Erwartungen an den Besuch des deutschen Papstes formuliert. Er will sich, wie zuvor aus dem Vatikan verlautete, nicht zu den Missbrauchsskandalen in der mexikanischen Kirche äußern, was Menschenrechtsaktivisten fordern. Vor allem der Skandal um den Gründer der einflussreichen Legion Christi, den Priester Marcial Maciel (1920-2008), hat der Kirche in Mexiko schwer geschadet. Maciel, wurde beschuldigt, mehr Dutzende Kinder missbraucht und mit zwei Frauen drei Kinder gehabt zu haben.

Der Papst wird auch folgendermaßen zitiert:

„Es ist die Aufgabe der Kirche, das Gewissen zu bilden, zur moralischen Verantwortung anzuhalten und das Böse zu entlarven, die Vergötterung des Geldes zu demaskieren, die den Menschen versklavt, und die falschen Versprechen der Drogen, ihre Lügen und der damit verbundene Betrug.“

Ist mit Drogen und dem damit verbundenen Betrug auch der Bau von Kirchen finanziert mit Drogengeldern gemeint? Oder die Geldwäsche der Drogengelder durch die Kirche?

In dem Beitrag „Der Papst muss die Rache der Mafia in Mexico nicht fürchten“ schreibt die Historikerin Prof. Dr. Silke Hensel:

Der Bischof von Aguascalientes, Ramon Godinez, äußerte dem Beitrag zufolge 2005 die Ansicht, die Kirche könne durchaus Drogengelder annehmen, weil das Geld, vorausgesetzt es werde in guter Absicht gegeben, ‚gereinigt‘ werden könne.

http://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2012/mar/Ansichtssache_Papstreise_Mexiko.html

In den Medien ist zu lesen, der Papst habe Mexico seine Hilfe beim Kampf gegen die Drogen versprochen. Hoffentlich fällt die Aktion etwas wirkungsvoller aus, als die im letzten August mit dem Blut von Papst Johannes Paul II. Das hat wohl nicht wirklich geholfen:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,779562,00.html

Demo: Tanzen gegen das Tanz-Verbot

Die Piratenpartei Gießen ruft zu einer Demo gegen das Tanzverbot an kirchlichen Feiertagen auf:

http://www.piraten-giessen.de/demo-gegen-das-tanzverbot

Hast Du Dich auch schon oft über geschlossene Diskotheken und nicht stattfindende Veranstaltungen am Karfreitag und anderen kirchlichen Feiertagen geärgert?

Aus diesem grund findet eine Demo gegen das Tanzverbot im Speziellen und für die Trennung von Statt und Kirche im Allgemeinen statt. Das Verbot ist nicht mehr zeitgemäß, denn es beschränkt die Rechte und diskriminiert die Freiheit von Andersgläubigen, Agnostikern und Atheisten an den besagten Feiertagen in anangemessener Weise.

Das Tanzverbot ist im hessischen Feiertagsgesetz festgeschrieben und besteht schon seit 1971. Es beinhaltet u.a. auch Verbote für Sportveranstaltungen und lustige Theaterstücke. Es bedarf also dringend einer Anpassung an das 21. Jahrhundert.

Bislang wurde das Gesetz in den mittelhessischen Städten, wie Gießen, Marburg und Wetzlar nicht oder nur mit wenig Nachdruck angewendet. Erst in den letzten Jahren drängt der Regierungspräsident strenger auf die Einhaltung, wer er Mittelhessen für ein christlich geprägtes Abendland hält und das Zeitalter der Aufklärung ausblendet.

Das bedeutet für Kneipen und Diskothekenbesitzer bei Nichteinhaltung ein Bußgeld von bis zu 50.000 € .

Wann: Karfreitag (6.4.2012), 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr
Wo: Kirchenplatz, Gießen

Sachsen-Anhalt: Staatskirchenverträge kommen nicht auf Prüfstand

idea.de berichtet über die Ablehnung des Antrags der Linken zur Prüfung der Staatskirchenverträge in Sachsen-Anhalt:

http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/sachsen-anhalt-staatskirchenvertraege-kommen-nicht-auf-pruefstand-1.html

Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) betonte, dass die Verträge auf alten Rechtstiteln beruhten und die Kirchen für die Verstaatlichung von Gütern im Jahr 1803 entschädigten. Eine Überprüfung sei derzeit nicht angezeigt. Der CDU-Abgeordnete Jürgen Scharf warf der Linken vor, mit ihrem Antrag streue sie den Verdacht, das verfassungsmäßige Trennungsgebot von Staat und Kirche werde verletzt. Bereits im November vergangenen Jahres hatte der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig (Dessau), vor einer Abkehr der Staatsleistungen für die Kirchen in Deutschland gewarnt. Die unter dem Deckmantel von Sparzwängen hierüber regelmäßig geführte Diskussion sei schlecht getarnte Antikirchlichkeit, hatte er vor der Landessynode erklärt.

Stephan Dorgerloh versucht es in sozialdemokratischer Tradition mit Basta-Politik. Eine Überprüfung sei derzeit nicht angezeigt. Jürgen Scharf von der CDU streut den Verdacht, er lebe nicht auf unserem Planeten, sondern in einer anderen Realität. Und der Kirchenpräsident Joachim Liebig sieht in einer Überprüfung von Staatskirchenverträgen gleich die versteckte Antikirchlichkeit. Warum sollte man auch etwas prüfen, wenn man doch die Wahrheit kennt und ganz fest daran glauben kann.

JP Morgan schließt Konto der Vatikan-Bank

derStandard.at berichtet:

JP Morgan betonte, über ungenügende Informationen zu verfügen, um weiterhin ihre Dienstleistungen im Einklang mit den Transparenzkriterien zur Bekämpfung der Geldwäsche zu garantieren. Daher soll das Konto bis zum 30. März geschlossen werden, teilte JP Morgan nach Angaben der Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ mit.

http://derstandard.at/1331780104737/Geldwaesche-Verdacht-JP-Morgan-schliesst-Konto-der-Vatikan-Bank

Stadt Königswinter kündigt der Kirche

Der Generalanzeiger Bonn berichtet über den bevorstehenden Trägerwechsel im Kindergarten Rauschendorf. Nachdem die Kirche der Kindergartenleiterin gekündigt hat, kündigt die Stadt nun der Kirche.

Hintergrund ist bekanntlich die Kündigung, die die Kirche der Kindergartenleiterin Bernadette Knecht zum Sommer dieses Jahres ausgesprochen hat, weil sie sich von ihrem Mann getrennt hat und nun mit einem neuen Partner zusammen lebt.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/region/Stadt-Koenigswinter-kuendigt-der-Kirche-article720366.html