Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz

Die europäischen Antidiskriminierungsbestimmungen müssen auch in
kirchlichen Einrichtungen gelten! Dies ist Ziel der Kampagne „Gegen
religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz“ (GerDiA), die am heutigen
Mittwoch gestartet ist. Sprecherin der Kampagne ist die ehemalige
SPD-Spitzenpolitikerin Ingrid Matthäus-Maier. Sie betrachtet die
„offensive Ausgrenzungspolitik kirchlicher Betriebe“ als einen „Skandal,
der nicht weiter hingenommen werden darf“.

Zentrale Forderung der Kampagne ist es, „die Religions- und
Weltanschauungsfreiheit in allen öffentlich finanzierten
Sozialeinrichtungen zu gewährleisten“. Das kirchliche Arbeitsrecht führe
hier zu „offenkundigen Verstößen gegen das Grundgesetz“.
Religionsgesellschaften dürften sich nicht in die private Lebensführung
ihrer Angestellten einmischen. Zudem müssten die dort Beschäftigten „die
gleichen Rechte wie andere Arbeitnehmer haben, also einen Betriebsrat
bilden und streiken dürfen“. „Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum
für Caritas und Diakonie andere Bestimmungen gelten sollten als für die
Arbeiterwohlfahrt“, erklärt GerDiA-Sprecherin Ingrid Matthäus-Maier. Der
„besondere Tendenzschutz“ für Religionsgemeinschaften nach Paragraph
118, Absatz 2 des Betriebsverfassungsgesetzes müsse ersatzlos gestrichen
werden.

Konzipiert wurde die Kampagne vom Internationalen Bund der
Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) und der Giordano-Bruno-Stiftung
(gbs). Die Initiatoren hoffen auf breite gesellschaftliche
Unterstützung. „Viele Menschen empfinden es als unhaltbaren Zustand,
dass in Krankenhäusern und Altenheimen das Personal nach der
Religionszugehörigkeit eingestellt wird“, meint IBKA-Vorsitzender René
Hartmann. „Eine derartige Diskriminierung von Konfessionslosen und
Andersgläubigen ist nicht hinnehmbar.“ Michael Schmidt-Salomon,
Vorstandsprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, stimmt zu: „Ärztinnen,
Altenpfleger, Kindergärtnerinnen oder Schuldnercoaches haben keinen
Verkündigungsauftrag. Deshalb darf die Religionszugehörigkeit keine
Rolle dabei spielen, ob ein qualifizierter, engagierter Mensch eine
Arbeitsstelle erhält oder nicht.“

Um ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen, hat die Kampagne unter der
Adresse www.religioese-diskriminierung.de eine Webseite konzipiert, die
über die Thematik aufklärt. Dort kann Kontakt zur
GerDiA-Koordinierungsstelle aufgenommen werden, die in den kommenden
Monaten Fälle von religiöser Diskriminierung am Arbeitsplatz
dokumentieren wird.

Hintergrund:

Das Betriebsverfassungsgesetz findet in kirchlichen Einrichtungen keine
Anwendung (BetrVG § 118, Abs. 2). Auch das Allgemeine
Gleichbehandlungsgesetz nimmt Beschäftigungsverhältnisse bei Kirchen und
ihren Einrichtungen vom Verbot der unterschiedlichen Behandlung wegen
der Religion oder der Weltanschauung aus (AGG § 9). Dadurch gibt es bis
heute über eine Million Arbeitsplätze, zu denen Juden, Muslime,
Buddhisten und Konfessionslose keinen Zugang haben. Dabei geht es nicht
um kirchliche Tätigkeiten im eigentlichen Sinne, wie Seelsorge und
Verkündigung, sondern um Ärzte und Kindergärtnerinnen, Krankenpfleger
und Bürokräfte, Reinigungspersonal und Hausmeister. Wer in kirchlichen
Sozialeinrichtungen beschäftigt ist, muss nicht nur auf das Recht auf
Religionsfreiheit verzichten, sondern auch das Privatleben nach den
Vorstellungen der Kirche ausrichten. Bei einem Verstoß droht die
Kündigung. Ein Kirchenaustritt oder Wechsel der Glaubensrichtung führt
generell zur Entlassung, in katholischen Einrichtungen sind auch die
Wiederverheiratung nach einer Scheidung oder das öffentliche Bekenntnis
zu einer homosexuellen Partnerschaft Kündigungsgrund.

GBS Rhein-Neckar sammelt für Gegenveranstaltungen zum Katholikentag

Michael Reich sammelt für die GBS Rhein-Neckar Spenden zur Durchführung von Gegenveranstaltungen zum Katholikentag, der vom 16. bis 20. Mai 2012 in Mannheim stattfindet. Unter folgendem Link kann man sich beteiligen:

http://www.helpedia.de/spenden-aktionen/austrittwagen2012

Weitere Informationen gibt es auch unter:

http://religionsfreie-zone-mannheim.de/

Online-Petition Egelsbacher Kreuze der Brights

Die Gemeindeverwaltung Egelsbach hat der Evangelischen Kirche Egelsbach eine Genehmigung erteilt, drei 2,10 m hohe Kreuze im öffentlichen Raum aufzustellen. Die Brights-Deutschland unterstützen den Antrag des Egelsbacher Bürgers Peter M. Radebach-Opitz diese Genehmigung zurückzunehmen. Sie haben dazu eine Online-Petition gestartet, an der man sich unter
http://www.ipetitions.com/petition/egelsbach_crosses/
beteiligen kann.

Weitere Informationen zu den Kreuzen in Egelsbach gibt es unter:

Thorsten Schäfer-Gümbel spricht von der Kanzel

Nachdem der Papst im Bundestag gesprochen hat, predigen unsere Politiker jetzt von der Kanzel. Der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel sprach am 19.02.2012 in der evangelischen Marienstiftsgemeinde in Lich bei Gießen seine erste Predigt:

„Wir haben die Pflicht, dem göttlichen Auftrag der Gerechtigkeit näher zu kommen“

http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/was-mindestlohn-mit-gottes-gerechtigkeit-zu-tun-hat.html

Puritanismus, hilf

Eine Kolumne von Jan Fleischhauer auf Spiegel Online beschäftigt sich mit den Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten:

Das säkulare Deutschland achtet streng auf die Kirchenferne des Staates. Aber wenn es ernst wird, müssen doch die Männer Gottes nach vorn. Bei der Kandidatensuche für das Amt des Bundespräsidenten lag die Wahl am Ende zwischen Bischof Huber und Pastor Gauck.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,816422,00.html

Nahles gegen strikte Trennung von Staat und Kirche

Andrea Nahles hat einen Artikel für die FAZ geschrieben: „Lassen wir doch die Kirche im Dorf“. Sie spricht sich darin gegen eine strikte Trennung von Staat und Kirche aus:

http://www.domradio.de/news/79700/nahles-gegen-strikte-trennung-von-staat-und-kirche.html

http://diefreiheitsliebe.de/religion/andrea-nahles-gegen-trennung-von-staat-und-kirche

Treue zum Papst bis zum Märtyrertod

Tilmann Kleinjung hat einen Bericht auf Tagesschau.de über die Erhebung von 22 Geistlichen in den Kardinalsstand und die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente des Vatikan geschrieben.

Unter Stichwort Kardinal schreibt er:
„Dabei setzt der Papst dem neu ernannten Kardinal das rote Birett auf: als sichtbares Zeichen seiner Kardinalswürde. Die rote Farbe soll dabei die Treue zum Papst bis zum Märtyrertod symbolisieren.“

Das klingt ein wenig nach: „Papst befiehl, wir folgen dir!“. Ob man als deutscher Kardinal vom Verfassungsschutz überwacht wird?