Foulspiel mit Pfaffe oder die Hessenschau spielt falsch

Dass die hessenschau ein großes Herz für die Kirche hat, dürfte aufmerksamen Zuschauern nicht entgangen sein. Dass sie dabei auch gern mal beide Augen zudrückt, wenn es um die Grundregeln journalistischen Arbeitens geht, ist wohl ein notwendiger Kollateralschaden. So am letzten Sonntag im Januar bei dem Bericht über Hessens einzigen Stadionpfarrer  und seine Kapelle im Frankfurter Fußballstadion (Minute 12:07-15:14). Der ganze Beitrag suggeriert, dass der Verein Eintracht Frankfurt und die Kirche in Person des Stadionpfarrers superdicke sind. Dumm nur, dass die Eintracht sich ausdrücklich vom christlichen Treiben distanziert und dem Pfarrer während der Spiele die Seelsorge verbietet.

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Klingelstreich oder Missionierung mit Bling Bling

einsteinStellen wir uns einmal Folgendes vor: Zum Ende des Ramadan ziehen kleine Gruppen von Kindern verkleidet als drei Kalifen durch die Straßen, klingeln an allen Türen und sammeln für ein islamisches Missionswerk, das Koranschulen in Pakistan und ähnliche Projekte unterstützt. Undenkbar? Nicht wenn man muslimisch durch katholisch ersetzt und Koranschule in Pakistan durch Missionsschule in Kenia. Weiterlesen

Jesus lässt es gerne krachen

Nachdem das Thema Blasphemie und die Verletzung religiöser Gefühle durch Satire die Öffentlichkeit eine kleine Weile beschäftigt hat, muss man die Werbung von Radio Bob doch irgendwie schon fast mutig nennen. Grüßt doch Jesus in Überlebensgröße von einer Plakatwand mit einer Mischung aus Teufelsgruß – auch bekannt als Metalhand, in deutschen Hardrock- und Metalkreisen gern liebevoll „Pommesgabel“ genannt – und Segensgeste die musikalische Fangemeinde. Dazu der launige Spruch: „Und Gott sprach: ‚Es werde laut‘!“. Stellt sich die Frage: Was sagt Jesus als Rock-Fan eigentlich zum Tanzverbot an stillen Feiertagen?

Wir bedanken uns jedenfalls bei Radio Bob für dieses politische Statement und freuen uns aufs Hasenfest …

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Seltener Anblick: Jesus am Bahnhof Frankfurt-Berkersheim

 

Göttlich inspiriertes Handwerk

hessenschau1Am Ostersamstag überraschte uns die Hessenschau mit einem – möglicherweise unfreiwillig – lustigen Beitrag zu religiösem Brauchtum in Hessen, dem so genannten  Osterklappern. Dabei ziehen Ministranten und andere junge Menschen mit Ratschen und Drehklappern durch den Ort, um die Gläubigen an die Gebetszeiten und Andachten zu erinnern.

Gezeigt wurde auch ausführlich der örtliche Schreiner, der in Handarbeit und zum Selbstkostenpreis diese Geräte herstellt. Deutlich zu sehen im Hintergrund an der hessenschau2Werkstattwand: diverse Kalenderbilder leicht bekleideter Damen, die ihm vermutlich als Inspiration dienten. Da haben Redakteur und Kameramensch wohl nicht aufgepasst. Realsatire oder journalistisches Glanzstück – man weiß es nicht …

Und hier geht`s zum Beitrag …

Toll, jetzt erkennt auch die Kirche: Religionsfreiheit ist Menschenrecht

Religionsfreiheit is Menschenrecht

Neulich in Frankfurt-Bornheim: Mit einem großen Plakat verkündet die katholische Kirche in Gestalt ihres aktuellen Oberhirten, das Religionsfreiheit ein Menschenrecht ist. Wie schön, denke ich mir. Wobei ich mich frage, ob die und wir wohl dasselbe meinen. Nämlich, dass auch die „andere“ Religionsfreiheit, die, keine Religion zu haben, ein Menschenrecht ist.

Wir empfehlen Papst Franziskus einen Blick in den Freedom of Thought Report 2013. Dort könnte er erfahren, dass Atheisten  in 13 Ländern die Todesstrafe droht, in 12 Ländern der Abfall vom Glauben mit dem Tod bestraft wird und in 55 Ländern – u.a. Deutschland – Blasphemie strafbar ist, wobei in 39 davon eine Gefängnisstrafe droht und in 7 ein Todesurteil.

“So komme ich in die Hölle“ – Lesung mit Jörg Schneider in Gießen

Am 11. September 2013 las der Gießener Autor und Satiriker Jörg Schneider im Gießener Ulenspiegel aus seinem aktuellen Buch „So komme ich in die Hölle – Ein Streifzug durch den Irrsinn der Religion“.

Wer die Lesung verpasst hat, kann den Besuch nun auf YouTube nachholen:

Eingeladen hatten der IBKA Landesverband Hesse und der Gottlosenstammtisch Gießen und rund 90 Gießener Hölleninteressierte nahmen die Gelegenheit war, sich von Jörg Schneider in die Feinheiten kirchlicher Höllenphantasien einweihen zu lassen. Suverän streifte der Gießener Autor in seiner Lesung durch den Irrsinn der Religion, zeigte den Zuhörern den mehrspurig ausgebauten Weg in das doppelt unterkellerte Glaubensgemäuer der kirchlichen Wahnvorstellung Hölle und beantwortete nebenbei noch nie gestellte Fragen über den Schaufelnasen-Hammerhai.

Das Buch bei Amazon.

Gottes Wort im Wartezimmer

idea.de berichtet über die geplante Verteilung von Kinderbibeln in Wartezimmer von Ärzten  im Rhein-Main-Gebiet:

http://www.idea.de/detail/newsticker.html?tx_newsticker_pi1%5Bid%5D=20154

Frankfurt am Main (idea) – Mit Kinderbibeln sollen über 300 Arztpraxen und Krankenhäuser im Großraum Frankfurt am Main kostenlos ausgestattet werden. Dafür will die Frankfurter Bibelgesellschaft gemeinsam mit der hessen-nassauischen Kirche sorgen. Dieses Angebot sei „fast überall nur auf positive Reaktionen“ gestoßen, berichtete die Geschäftsführerin der Frankfurter Bibelgesellschaft, Silvia Meier (Frankfurt am Main). Das Bibelpaket enthält vier Kinderbibeln für Drei- bis Zwölfjährige – nämlich „Die große Bibel für Kinder“, „Die Kinderlesebibel“, „Unter Gottes weitem Himmel“ und „Die Bibel elementar“. Kirchengemeinden können mit der Aktion einen Gruß an die Praxen in ihren Bezirken senden, empfiehlt Meier. Sie beziffert die Kosten auf rund 40.000 Euro. Bei der Auswahl der Kinderbibeln habe man darauf geachtet, dass sie „einen Teil des biblischen Schatzes“ enthielten: „Die Geschichten erzählen von Mut und Hoffnung, Angst und Vertrauen, Trost und Beistand.“ In den Spielecken der Wartezimmer seien die Kinderbibeln eine Bereicherung.

Interessant auch für Kinder ohne Vorkenntnisse

Die Kinder- und Jugendärztin Melanie Buchacker-Hajduk (Neu-Isenberg) gehört zu den ersten Medizinerinnen, die das Kinderbibelpaket erhalten hat. Die Bücher sind nach ihren Worten ein „echter Hingucker“. Auch für Kinder, die bisher gar nichts von der Bibel erfahren hätten, könnten sie interessant sein, so Buchacker-Hajduk, die sich unter anderem im Kindergottesdienst ihrer Gemeinde engagiert. Die Frankfurter Bibelgesellschaft ist der älteste kirchliche Verein in der Mainmetropole. Sie betreibt das Bibelhaus Erlebnis Museum und ist mit bibelpädagogischen Projekten in der Region aktiv.

Der Heilige Martin … Mosebach

Der Frankfurter Autor Martin Mosebach (1951) (,hinter dessen Namen, wie um ihn mehr Gewicht auch für Nichtleser zu verleihen, stets der Zusatz „Büchner-Preisträger“ angefügt wird‘, Sibylle Berg) wünscht eine strengere Anwendung des Blasphemie-Gesetzes in Deutschland. Mit seinem Beitrag in der Berliner Zeitung hat Mosebach sich für eine Stelle bei seinem geliebten „Pastor aleman“, wie Benedikt XVI. in Lateinamerika  genannt wird (Bezeichnung für Deutschen Schäferhund), verdient gemacht: „Blasphemiebeauftragter“ der Heiligen Inquisition am Heiligen Stuhl in Rom.

Leider konnte er in einer solchen Rolle nicht an der Verurteilung der Pussy riots beteiligt sein, was ihm sicher einen gottesfürchtigen Schauer über den Rücken hätte rieseln lassen.

Vielleicht reicht es ja noch, die Titanic ordentlich zu bestrafen.

Wir Atheisten sind dafür, dass Herr Mosebach nicht ins Straflager muss, dass er weiterhin seine intellektuellen Fähigkeiten zum Besten geben darf auch wenn Büchner sich im Grabe dreht und kämpfen weiter für umfassende Meinungsfreiheit und die Abschaffung des „Blasphemie-Paragrafen 166.